Mit Weitblick fürs Ganze – unser Wahlprogramm:

  • Ernährung: Regional, saisonal, biologisch und fair produzieren und konsumieren
  • Klima: Fossilfrei wohnen und reisen
  • Energie: Stromwende dank effizientem Mix aus Sonne und Wasser
  • Wasser: Gesunde und lebendige Gewässer sind lebensnotwendig
  • Biodiversität: Vielfalt statt Einfalt
  • Soziale Gerechtigkeit: Gleichstellung und Partizipation
  • Tourismus: Mehr Qualität und Eigenart statt Allerweltsware und Quantität

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Unsere Kandidatinnen und Kandidaten

Anita Mazzetta

Chur, Jg. 1963

Umweltfachfrau (Geschäftsleiterin WWF Graubünden), Gemeinderätin - „Für unser Klima - für unsere Umwelt - für unsere Zukunft“

Seraina Schwab

Haldenstein, Jg. 1988

Umweltingenieurin FH, Gemüsebäuerin - „Weltoffen denken - lokal agieren - bewusst geniEssen“

Gianna Catrina

Haldenstein, Jg. 2001

Schülerin - „Umdenken für eine gesunde Welt“

Gian Linard Nicolay

Ardez, Jg. 1958

Agrarwissenschaftler - „Nie aufgeben!“

Martin Tucek

Peist, Jg. 1955

Lehrer - „Gehen wir gemeinsam, auch wenn der Weg steinig ist – bevor wir vor dem Abgrund stehen.“

Ernährung: Regional, saisonal, biologisch und fair produzieren und konsumieren

Fast ein Drittel der Treibhausgasemissionen geht auf die Ernährung zurück. Durch ökologische Konsumentscheide lassen sich etwa die Hälfte davon einsparen. Konventionelle intensive Landwirtschaft verursacht zudem zahlreiche weitere ökolog-ische Probleme, u.a. Insektensterben durch den Einsatz von Pestiziden. Deshalb ist es wichtig, nachhaltig zu konsumieren – regionale Produkte, saisongerecht, unter fairen Arbeitsbedingungen und möglichst biologisch produziert.

  • Sensibilisierung für regionalen, saisonalen und fairen Konsum durch Infos beim Detailhändler (z.B. Aushang, Umweltbelastungs-App)
  • Förderprogramme für landwirtschaftliche Märkte und Direktvermarktung (z.B. durch Web-Plattformen) zur Förderung kurzer Transportwege und um faire Preise zu erzielen
  • Verkaufsverbot für Lebensmittel, die per Luftfracht importiert werden
  • Standortgerechte (für Graubünden: Bergspezifische) Landwirtschaft fördern
  • Food Waste reduzieren:Detailhändler und Verkaufsstellen verpflichten, Produkte mit überschrittenen Haltbarkeitsdaten an gemeinnützige Organisationen abzugeben
  • Gentech-Moratoriums über 2021 hinaus verlängern und Pestiziden in der Landwirtschaft sowie im privaten und gewerblichen Gebrauch verbieten

 

Klima: Fossilfrei wohnen und reisen

Die globale Erwärmung ist real und eine ernsthafte Bedrohung. Unsere Gesellschaft braucht dringend wirksame Massnahmen, um den Ausstoss von Treibhausgasen massiv zu reduzieren. Graubünden ist als Bergregion besonders anfällig auf die Auswirkungen des Klimawandels – Graubünden hat aufgrund der Tourismusabhängigkeit und der weitläufigen Besiedlung aber auch besondere Herausforderungen zu bewältigen. Dabei gilt es, die Chancen konsequent zu nutzen.

  • Verkehr reduzieren, indem durch vorausschauende Raumplanung die Distanzen zwischen Wohnen und Arbeiten verringert werden
  • Öffentlichen Verkehr ausbauen und fördern (z.B. BüGA für CHF 100)
  • Schnelle und sichere Veloverbindungen schaffen – nicht nur in den Städten, auch im Nahverkehr (z.B. Veloachse im Rheintal)
  • Fossile Energieträger stärker und konsequent besteuern (u.a. Abgabe auf Flugtickets)
  • Ziel: Fossilfrei wohnen
  • Keine Investitionen in Öl- und Gasheizungen mehr zulassen

 

Energie: Stromwende dank effizientem Mix aus Sonne und Wasser

Mit besseren Technologien könnten wir schon heute einen Drittel des Schweizerischen Stromverbrauches einsparen. Graubünden als Wasser- und Sonnenkanton hat ideale Vor-aussetzungen für einen erneuerbaren Strommix. Zu einem kleineren Teil tragen auch Biomasse und Windanlagen dazu bei. Damit diese Energien eine Zukunft haben, braucht es eine CO2-Abgabe auf Dreckstrom (Öl, Gas, Kohle). Damit wird Kostenwahrheit im Energiesektor hergestellt und den sauberen Energien geholfen.

  • Solaranlagen gehören grundsätzlich auf jedes Dach und zwingend auf öffentliche Gebäude
  • CO2-Abgabe auf Dreckstrom (Öl, Gas, Kohle)
  • Sanierungsfristen und Förderbeiträge für den Ersatz von Elektroheizungen
  • Stärkere Förderung von Solardächern (Beseitigung von jeglichen Hindernissen und Abgaben, steuerliche Abzüge für Investitionen)

 

Wasser: Gesunde und lebendige Gewässer sind lebensnotwendig

Wasser ist Leben – für uns Menschen und für Tiere und Pflanzen. Sauberes Trinkwasser ist unser höchstes Gut. Immer mehr Gewässer sind mit Düngemitteln, Pestiziden und Chemikalienrückständen belastet. Viele Fliessgewässer sind zudem stark verbaut. Die Wieder-herstellung von gesunden und lebendigen Gewässern ist ein dringendes und wichtiges Anliegen. Mit dem Klimawandel nehmen extreme Wetter- und Niederschlagsereignisse zu. Gesunde, natürliche Gewässer sind widerstandsfähiger gegen äussere Einflüsse. Revitalisierungen und die Schaffung von Auenlandschaften sind wichtig, denn sie wirken gleich mehrfach.

  • Nachhaltiger Umgang mit der Ressource Wasser
  • Sicherung von sauberem Trinkwasser
  • Ausweitung der extensiven landwirtschaftlichen Flächen entlang der Gewässer
  • Regionale Strategien für die Bewirtschaftung der Wasserressource
  • Konsequente Ausscheidung der gesetzlich vorgeschriebenen Gewässerräume für mehr Hochwasserschutz
  • Genügend Mittel für Revitalisierungen von Gewässern

 

Biodiversität: Vielfalt statt Einfalt

Zahlreiche Arten und Lebensräume sind vom Aussterben bedroht. Unterdessen hat der Verlust an Biodiversität ein solches Ausmass angenommen, dass auch unser Überleben gefährdet ist. Denn Biodiversität liefert uns unverzichtbare Ökosystemleistungen. Sie sorgt für fruchtbare Böden, für Nahrung, für sauberes Wasser und gute Luft, für die Speicherung von CO2 und für erneuerbare Energie. Die zunehmende Versiegelung der Böden, verbaute und übernutzte Gewässer, die Trockenlegung von Mooren, die Intensivierung der Landwirtschaft und die Ausbreitung gebietsfremder Arten lassen Tier- und Pflanzenarten aussterben. Unsere Landschaften werden immer einfältiger statt vielfältiger.

  • Systemwechsel in der Agrarpolitik: Förderung von standortangepassten und extensiven Kreislauf-Landwirtschaftssystemen und Verbot von Pestiziden
  • Mehr Mittel zur Umsetzung des Aktionsplans Biodiversität des Bundes
  • Intakte Böden und Moore und strukturreiche Wälder fördern und erhalten
  • Schutzgebiete vergrössern und besser vernetzen
  • Biodiversitäts-Inseln innerhalb von Siedlungsgebieten schaffen und fördern

 

Soziale Gerechtigkeit: Gleichstellung und Partizipation

Die Gleichstellung der Geschlechter ist noch nicht gegeben. Die Gesellschaft ist nach wie vor von einengenden und unfairen Geschlechterrollen geprägt, Frauen sind in Führungs-gremien in Wirtschaft und Politik deutlich untervertreten. Nicht nur zwischen den Geschlechtern, auch zwischen den sozialen Schichten und den hier lebenden Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen ist Gerechtigkeit die Voraussetzung für sozialen Frieden. Deshalb braucht es mehr Partizipation: Wer hier lebt, soll sich einbringen und nach Möglichkeit Verantwortung übernehmen. Ein tragfähiges soziales Netz stärkt Individuen und die Gemeinschaft.

  • Geschlechterquoten in Führungsgremien in Wirtschaft und Politik
  • Wirksame Massnahmen gegen Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts und der sexuellen Orientierung
  • Vaterschaftsurlaub von acht Wochen und Pflicht für Arbeitgeber, Teilzeitpensen anzubieten
  • Stimmrecht ab 16 Jahren für SchweizerInnen und für niedergelassene AusländerInnen

 

Tourismus: Mehr Qualität und Eigenart statt Allerweltsware und Quantität

Der Tourismus ist für einen Bergkanton wie Graubünden ein wichtiger Wirtschaftszweig. Doch einerseits ist der Tourismus aufgrund gesellschaftlicher und klimatischer Veränderung grossem Wandel unterworfen, und andrerseits hat die intensive Form des Skitourismus zahlreiche schädliche Auswirkungen. Intensive Tourismusformen sind auf die bestehenden Hot-Spots zu beschränken. Wachstum des Intensivtourismus in noch intakte Landschaften mit wichtigen Lebensräumen für Tiere ist zu vermeiden. Die Abhängigkeit vom Faktor Schnee und vom Skisport muss reduziert werden. Der Ganzjahrestourismus bietet sich an, sowohl dank der zentralen Lage Graubündens in Europa wie auch aufgrund der kühlen Sommer und der kulturellen und landschaftlichen Vielfalt. Hinzu kommen die ausgeprägten Reize der vier Jahreszeiten in Graubünden. Der sanfte bzw. nachhaltige Tourismus mit spezifischer Stärkung der Bündner Eigenarten hat Zukunft.

  • Keine staatliche Unterstützung für den Skitourismus: Skigebietszusammenschlüsse, Neuerschliessungen von Landschaftskammern, neue Beschneiungsanlagen und Treibstoffe dürfen nicht subventioniert werden.
  • Raum- und Zonenplanungen haben die Verträglichkeit von intensiv genutzten Geländen neben wenig und nicht erschlossenen Räumen zu garantieren.
  • Nachhaltig bewirtschaftete Nischen- und Ganzjahresangebote mit Wertschöpfung sind über die Hotellerie hinaus zu fördern.
  • Für Grossveranstaltungen dürfen keine staatlichen Mittel aufgewendet werden.

Als Download: Verda Wahlprogramm 2019